Tag 23: Sofia – Pirdop

Distanz: 92km
Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Oh ja. 92km mit Kuku im Hänger. Irgendwie war das möglich. Dieser Hund sagt und zeigt mir soviel. Und: sie ist fast stubenrein. Seit Marko und Sonja in Niš hat sie nicht mehr drinnen gemacht. Und draussen ist sie auch sehr zuverlässig:
Wenn sie muss, dann unmittelbar vor der Haustür. Lange Spaziergänge braucht man mit ihr nicht.
Yana meinte, Sonntag sei der beste Tag, um aus einer Grossstadt rauszufahren. Da hat sie wohl recht. Grossstädte sind allerdings selten eine Wohltat beim Rausfahren. Ausser man steht auf Strassenlärm. Mein Schreibstil wird heute etwas beeinflusst sein. Habe mir gestern Nacht das Video vom Askan von Schirnding angeschaut, der im Winter ans Nordkap geradelt ist. Er hat so eine richtige „Haudrauf“-Laune. Er hat mich dazu gebracht, heute überhaupt rauszugehen.
Und dabei war es schliesslich trocken. Den ganzen Tag. Dafür wehte eine steife Brise von Osten. Dreht sich hier bereits die Windzone? Kommt der Wind vom Schwarzen Meer? Ich weiß es nicht. Ich habe heute jedenfalls eines gelernt:
Hab immer genug Essen dabei, damit du auch früher aufhören kannst, an einem wunderschönen Platz. Schade.
Über hügelige Wälder ging es durch ausgestorbene Dörfer. Und wie erwartet ist im Hinterland von Bulgarien nicht viel. Hinter Elin Pelin, ein grösseres Schlafstädtchen vor Sofia kam 50km lang keine wirkliche Stadt. So musste ich die Kuku zweimal am Halsband in den Hänger ziehen. Bei den Abfahrten ist sie leider zu langsam. Doch jedes Mal hat es mir Leid getan. Mit angezogenen Ohren saß sie im Hänger.
Und dann waren auch bald die Kabelbinder von Swafs Konstruktion abgerissen. Das wird nicht lange halten.
Am Abend ergab es sich, dass ich in einem Restaurant stand und mit Händen und Füßen erklären wollte, dass ich kein Fleisch will. Schliesslich kamen zwei Jugendliche Damen, von denen mir eine aushelfen konnte. Ich bekam dann gebratenes Gemüse, Bratkartoffeln (Kartoffeln heissen „Kartofi“ hier) und eine Art sehr salziges Pizzakäsebrot. Die Dame am Tresen telefonierte fleissig, wodurch ich im Nachbarort noch ein Zimmer im Hotel bekam. Im Zelt zu schlafen kam nämlich überhaupt nicht in Frage. Das Hotel vergab mir zum allergrössten Staunen das letzte Zimmer – es ist voll!
Und hier noch etwas zu den Preisen:
Während die Lebensmittel vergleichsweise gleich viel kosten, wie in Deutschland. Kostet mich das Hotelzimmer jetzt 20 € und das Essen mit 2 Gerichten und Getränk 6,50 €.
Kuku hat sich im Kuhfladen gesuhlt und stinkt jetzt das Zimmer voll. Sie steht übrigens auf Schokolade und Chips :).
Am Abend spiele ich mit der DJI app und bastele mitsamt Stefans Improvisation ein Impressions Video zum bisherigen Teil.

Gesamtkilometer: 1.683.

Immer noch keine Sperenzien an meinem Rad. Kein Platten geschweige denn musste noch nicht mal Reifendruck nachpumpen.
Es geht weiter… 🙂

2 Kommentare zu „Tag 23: Sofia – Pirdop

  1. Hallo Marian, Ich schreibe dir, da ich gerade tue, was sonst sehr selten vor kommt. Ich lese deinen Blog. Im Radreiseforum bin ich darauf gestossen. philipp_k ….das ist dort mein Profil dort. 😉

    Tatsächlich war ich die letzten Jahr viel auf dem Forum unterwegs und habe auch schon zwei mal über meine Radreisen berichtet, jedoch hat auch mich das C-thema ein wenig aus dem Tritt gebracht und deshalb war ich nun sicher über ein dreiviertel Jahr nicht mehr dort zugegen.

    Umso mehr wurde ich ein wenig wehmütig wie ich dein Inserat gelesen habe, da du wirklich so in etwa meine Traumroute fahren möchtest. Wäre ich früher auf deine Suche gestossen….dann….na wer weiss. 😉
    Ich finds auf alle Fälle super, dass du die Strecke zu meinem Traumland Nepal fährst und deshalb lese ich auch weiterhin interessiert mit. Gerade deine Art auch über deine Gefühle so offen zu schreiben berührt mich. Von meinen vielen Radkilometern weiss ich nur zu gut mit welchen emotionalen Turbulenzen man umzugehen hat. So romantisch und nur schön ist das Radreisen nach einer längeren Zeit dann halt auch nicht mehr.

    Es freut mich besonders, dass du scheinbar eine Begleiterin in Form einer Hündin gefunden hast. Ich kann mir vorstellen, dass Sie dir gerade in Momenten wenns mal einsamer und zäher wird gute Gesellschaft leisten kann…..bin mal gespannt wie ihr es gemeinsam über die noch zu erwartenden Grenzen schaffen werdet.

    Da ich auch gelesen habe, dass du nicht mehr so schnell auf Kommentare antwortest kann ich dir hiermit mitteilen das ganz entspannt zu sehen. Ich erwarte keine Antwort – mir war nur wichtig von meiner Seite aus ein aufrichtiges Anerkennen da zu lassen und dir eine gute und gesunde Reise zu wünschen! Mögen die Reiseengel mit dir sein!

    Viele Grüße Philipp K. / Freiburg

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    1. Hi Philipp,

      Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin gestern in München angekommen und nehme mir heute Zeit, die ganzen Dinge in Ruhe zu beantworten.

      Es freut mich besonders, wie genau du beschreibst, warum du meinem Blog folgst und was es mit dir macht.
      Ich denke, ich werde die Route irgendwann fortsetzen – wenn du möchtest, lass uns dazu mal austauschen.

      Liebe Grüsse vom Bett in München aus. Ich merke eine grosse Erschöpfung.

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