Tag 30: Veliko Tarnovo – Dimitrovgrad

Ein gemütlicher Tagesstart mit zu spätem Rausgehen mit Kuku. Nicolas zeigt mir das Office, in dem die 3 Jungs ihr Projekt machen. Dazu gehört ein Geschenkte, gebrauchte Kleiderladen, in dem ich leider kein Tshirt finde.
Mitterweile habe ich 4 Pullover, aber nur 2 Tshirts und fühle mich damit etwas knapp.
Yano steht auf und isst den ganzen Tag Sonnenblumenkerne. Attila zeigt mir, wo er überall herumgereist ist – allein auf der Türkeikarte erscheinen etwa 100 Punkte. Ich bin schwer beeindruckt. Vor allem, dass er von seinem Heimatland so viel gesehen hat.
Er fragt mich, ob ich unterwegs Geld verdiene und etwas verkaufe. Als ich es verneine, erzählt er, dass er kleine Ketten verkauft hat in Südamerika. Ein Freun von ihm kenne eine „Fabrik“ bei Izmit in der Türkei, in der man die Ketten – die wirklich schön seien – für 10ct das Stück kaufen kann.
Der Geschäftsmann in mir will zuschlagen und gleichzeitig freue ich mich über die Möglichkeit so evtl wirklich viele, sehr viele Geschenke für meine Unterstützer zu haben. Denn mittlerweile geht diese Zahl schon gegen 50, wenn ich nur die zähle, die mich mit einer kleinen Geste unterstützt haben. Das Puzzle fügt sich zusammen.
Wir machen Drohnenaufnahmen vom Balkon im 6. Stock. Meine relative Sicherheit im Umgang mit der Mavic wird erst beim Rückflug auf die Probe gestellt: die Hindernissensoren hindern mich am „einfliegen“ in den Balkon. So bleibt der Kopter etwa 50cm vor dem Geländer stehen. Nicolas lehnt sich wagemutig hinaus und schnappt die Drohne von unten. Ich drücke schnell auf landen – ohne das würde sie gegen Nicolas‘ „Angriff“ ankämpfen. Die Rotoren werden langsamer und stoppen.
Ich bin beeindruckt von seinem Mut. Leider waren die anderen beiden so mit gebanntem Zuschauen beschäftigt, dass wir davon keine Videoaufnahme haben.
Ein riesengrosser Pott Nudeln. Endlich mal ein richtiger Jungshaushalt.
Dann zusammenpacken, verabschieden und Nicolas kommt noch mit zum Bahnhof. Dort wird das Einsteigen mit Fahrrad + Hund + Anhänger zu einem etwa 3 Minuten verzögernden Spektakel: es gibt keinen Fahrradbereich im Zug. Also werde ich ganz einfach in diebEingangsschleuse des letzten Waggons verfrachtet, wodurch hier niemand mehr ein- und aussteigen kann.
4 Std. Fahrt für etwa 100km. 8€. Und dann: zusamenbauen des Radels und im Dunkeln um 22 Uhr noch 5km aus der Stadt raus, Zelt aufbauen und schlafen. Der Mond scheint. So brauche ich nicht einmal Licht für den Aufbau.

Um wieviel Minuten geht die Sonne früher unter, wenn ich 100km nach Osten fahre?
Damit beschäftige ich meinen Kopf:
42.000km Erdumfang und 24 std.
D.h.: 24/420 ergibt etwa 0,0666 std., gerundet 4 Minuten:
D.h., wenn ich mich um 100km nach Osten bewege, geht die Sonne 4 Minuten früher unter als am Vortag.

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