Tag 34: Istanbul

So, jetzt Tag 34: Silivri – Istanbul (Kagithane) 64km

Der Sieg riecht nach Diesel. Der Sieg klingt nach notorischem Hupen.
Siegen fühlt sich grausam an. Und doch fühle ich mich mächtig.
In etlichen Berichten habe ich von dieser Stsdt gelesen – in „Pedal the world“ ist Felux Starck sogar mit der Gopro mit seinem Vater kilometerweit durchgefahren. Und ich jabe geträumt davon. Hatte Angst und hätte doch glatt ein Taksi genommen.
Aber Nein: ich habe gesiegt. Ich habe diese Stadt ganz klassischem auf meinem Streitwagen erobert – vorne das Ross (ich) und hinten das nach Tod hungernde, hechelnde Monster (Kuku). Ha.
Ich habe mich in Kücükcekmece den Berg auf einer Nebenstrasse hochgekämpft (2,5km mit 7%) und bin dann auf die Autobahn gewechselt – zwischen den tosenden Autos hindurch, um dann mit 53km/h die Abfahrt nach Avcilar runterzuwetzen – mit dem Gedanken im Kopf: „Wenn sich jetzt der Hönger löst oder so, sind wir beide tot, Kuku!“
Nichts passierte. Mächtig wie ich mich fühlte, trat ich am nächsten Hügel mächtig in die Pedale, versuchte mit den Autos und Motorrädern gleichauf zu bleiben – nur um Sekunden später mit 7 km/h die Autobahn hochzutrödeln.
Und dann gab es sogar einen Radweg. Statt über Stadtteile wie Esenyurt über Norden nach Kagithane zu Yusuf zu fahren, entschied ich mich für einen 10km weiten Umweg über das Zentrum.
Radwege gibt es hier als spezielle „Trainingsabschnitte“, d.h. sie beginnen an einer Wand, oder direkt am Ufer und enden auch so. Sie dienen keineswegs als Transportstrecke. Ich frage mich, wie die wenigen, die tatsächlich mit eigenem Fahrrad auftauchten hierherkamen. Schieben sie ihr Fahrrad oder tragen sie es hierher?
Ich weiss es nicht. Kuku jedenfalls macht es mit, setzt sich zeitweise freiwillig in den Hänger.
Wieder auf Nebenstrassen stehe oder ich plötzlich mitten durch einen Basar. 1,50 Meter breiter Durchgang und ich mit meinem 1 Meter breiten Hänger, Kuku und Fahrrad. Und dann, wie mir später auffällt auch noch ohne Maske. Die Einkäufee schieben sich durch, steigen pber den Hänger, weichen ängstlich Kuku aus, wodurch ich Berührungen nicht mehr ausweichen kann.
Noch einmal Fahrrad + Anhänger die Treppeb rauf, über eine Überführung und die letzten 2km Schnellstrasse, dann nur noch einmal 80 Höhenmeter aufwärts mit einem gnadenlos schmalen Drängel-Bürgersteig – die letzten Meter schiebe ich.
Und dann lande ich in Kagithane, 100 Meter von der nächsten Schnellstrasse entfernt, es geht mit 12% bergab – ich bete, dass das die richtige Strasse ist, frage einen Passanten nach Nummer 14, rufe „Yusuf“ und tatsächlich: 5 Sekunden später ruft es: „Marian“ aus dem 4. Stock. In der grössten, lautesten und bestimmt auch kompliziertesten Stadt auf diesem Trip finde ich die Adresse sofort.

Dort angekommen wird Kuku auf den Balkon gesperrt, Rad und Anhänger dazu, ich lege mich erschöpft aufs Sofa ubd tauche in Yusufs geniale Mischung aus Deutsch und Englisch ein. Das praktiziert er so seit Jahren, das er gar nicht mehr unterscheiden kann, was welche Sprache ist. Oh wow. Seine Frau ist extra zu den Eltern gegangen, damit Platz für mich ist.
Wie lange bleibe ich? Ich weiss es noch nicht.

Marian Handy: Fortsetzung: ich verbringe 2 Stunden damit, um zu versuchen, ein Flugticket fpr mich Kuku, Fahrrad ubd Anhänger zu besorgen, hänge 2 mal ne halbe Stunde in der Warteschleife, um am Ende 90€ sinnfrei zz verzocken: Kuku im Flugzeug würde 300€ extra kosten…
Am Abend sind die Siegeserinnerungen eingeholt von einer Welt, die mir so nicht gefällt. Ruhe? – die gibts zu Hause…



2 Kommentare zu „Tag 34: Istanbul

    1. Hi Jörg,

      Vielen Dank für den Hinweis.
      Bin mittlerweile in München angekommen – 31std. Busfahrt – kein Problem.
      Dein Vorschlag ist für andere Zusammenhänge durchaus erachtenswert – für mich mit Fahrrad + Anhänger + Hund leider keine Option.

      Gefällt mir

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