Das, was ist

Auf meinem neuen Lieblingsbaum sitze ich und meditiere. Um mich herum sind Wiesen, Vögel zwitschern leise, Fahrradnaben rattern und ein Hundebellen – weit entfernt.

Ruhe. Wo finde ich nur Ruhe?

Seit dem 02. Mai bin ich zurück von meiner Reise. Und in mir und im Außen war sehr viel Chaos.

Ich habe mich gegen eine Weiterfahrt entschieden, damals, vor 6 Wochen. Ich war emotional überfordert. Ich war wütend über die Tatsache, dass ich nur schleppend vorankam. Wütend darüber, dass meine Zeit bis Ende Juli begrenzt ist. Und ich war wütend darüber, dass ich mich nicht klar für die positiven Auswirkungen durch Kuku positionieren konnte oder wollte. Und ich war wütend darüber, dass ich nicht gleichzeitig so eine riesige Reise machen und für mich selbst Verantwortung ergreifen und zugleich die Verantwortung für ein so junges, liebes Wesen tragen wollte.

Ich bildete die folgende Geschichte im Kopf: Nun nehme ich mir 4 Monate Zeit für meinen Lebenstraum und bin in dieser Zeit nicht für meine Kinder da. Und jetzt nehme ich einen Hund auf. Das geht nicht. Das ist nicht okay. Der Satz war nicht hilfreich, doch ich konnte ihn nicht bearbeiten.

Also bin ich zurück. Ich habe nach faktisch 1/4 der Strecke aufgehört. Fehlt es mir an Entschlossenheit? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich dachte, dass ich in Deutschland mit Kuku besser aufgehoben bin.

Doch der Zug ist geblieben. Die innere Spannung und Neugier nach dieser Reise. Irgendwann werde ich weiterfahren. Irgendwann gehe ich noch einmal zu Yusuf und schaue mir mit ihm Istanbul an. Und dann fahre ich bis zum Ararat und besteige ihn. Und dann geht es weiter nach Nepal.

Eines hat mich auf jeden Fall auch gehindert: Der (fast) pausenlose Kontakt nach Hause. D.h., wenn ich wieder losziehe, werde ich mein Handy nur zur Navigation verwenden und schreibe die Blogeinträge offline. Dann werde ich sie 1x pro Woche hochladen.

Hier zu Hause landete ich in einem selbst produzierten Chaos: Mein Zimmer ist bist Ende Juli untervermietet. Also kam ich für ein paar Wochen bei Miri unter. Sie hat nur ein Zimmer und die Vermieterin war überhaupt nicht mit Kuku einverstanden.

Meine Sachen waren auf 3 verschiedene Orte verteilt und ich lebte 4 Wochen lang nur aus einem Rucksack mit wenigen Klamotten. Ich fuhr mit Miri für 1 Woche in die Schweiz. Dann verbrachte ich 10 Tage mit meinen Kindern. Und überall dachte ich, dass die Umstände Schuld waren, dass ich keine Ruhe fand. Nun weiß ich, dass es an mir liegt. Die Ruhe kann ich nur in mir finden.

Seit Anfang Juni habe ich ein Zimmer in Pasing.

Ich habe mich gestern hingesetzt und mich gefragt, warum ich unsicher bin. Die Antwort war: Unklarheit. Wo geht es jetzt hin mit mir? Ich bin beruflich (noch) nicht so spezialisiert wie manch andere Menschen. Diese Radreise sollte mit 18 meine Initiation sein, auf der ich finde, was ich wirklich machen will. Und jetzt habe ich begonnen und noch nicht so klar gefunden wo es hingeht.

Dennoch habe ich gestern einiges geordnet.

  • Ich möchte in meiner Firma den Vertrieb übernehmen und volle Verantwortung haben
  • Ich möchte 30 Std. arbeiten und den freien Tag nutzen, um zu schreiben
  • Ich möchte entdecken, wie ich in mir noch mehr Ruhe schaffen kann
  • Ich will, dass mehr Menschen über ihre Gefühle sprechen und sie dabei unterstützen, dies zu lernen

Diese Ordnung ergab sofort viel mehr Ruhe.

Und nun schreibe ich einen Beitrag zu Kuku.

Ein Kommentar zu “Das, was ist

  1. hallo marian,
    seit unserem treffen habe ich deine aufrichtigkeit und ehrlichkeit geschätzt und seit dem versuche ich so gut es geht den augenblick zu leben und mache damit sehr gute erfahrungen, ich bin der völligen überzeugung das du auf dem richtigen weg bist und einen ort der ruhe vermisse ich auch sehr oft. vielleicht treffen wir uns mal auf halbem weg, dass würde mich sehr freuen. im moment bin sogar alleine im haus, wenn du für ein paar tage den bergen näher sein möchtest.
    love + peace
    klaus – takethelongway

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